Vogalonga 2026 und Lagune von Venedig
Am Sonntag, dem 24. Mai 2026, fand die Vogalonga in Venedig zum 50. Mal statt. Die Jubiläumsfahrt machte bereits im Vorfeld Schlagzeilen, weil bei über 2.500 angemeldeten Booten die Registrierung weiterer Teams kurzfristig geschlossen werden musste.
Der RC KST war in diesem Jahr mit zwei E-Vierern vertreten. Neben Mitgliedern waren auch bekannte Gastruderer von der Vogalonga 2025 mit dabei. Die Bootsanreise startete am vorangehenden Freitag mit einer Übernachtung am Chiemsee. Diesmal erfolgte sie mit einem Elektrofahrzeug; weitere Daten dazu folgen unten.
Als Standort wurde wie in den letzten Jahren der Zeltplatz Camping Miramare in Punta Sabbioni gewählt. Die Bootsvorbereitungen und der Einsatzort lagen ebenfalls wie in den Vorjahren bei der Società Canottieri Treporti. Am Samstag zeigte sich bereits das Ausmaß der Veranstaltung: Der Bootsplatz war wasserseitig vollständig belegt, sodass wir die Boote auf der gegenüberliegenden Straßenseite vorbereiten mussten.
Der eigentliche Veranstaltungstag beginnt immer sehr früh. Das Team plante, die Boote gegen 7 Uhr zu Wasser zu bringen, was unter den gegebenen Umständen gut gelang. Um 8.30 Uhr erreichten wir die Wasserfläche um San Marco, und um 9.00 Uhr fiel der Startschuss zur Vogalonga 2026.
Nach Veranstalterangaben waren beeindruckende 2.800 Boote bei sommerlichen Temperaturen und Sonne pur auf der Rundtour unterwegs. Alle konnten die Fahrt genießen, und wir überwanden auch alle Staus ohne Schäden. Statt durch die Engstelle im Canale di Cannaregio zu fahren, wählten wir den weiteren Weg nordwestlich zurück in den Canal Grande bis San Marco, dem Ziel der Umfahrt. Spätestens auf der anschließenden Rückfahrt nach Punta Sabbioni bei vollem Schiffsverkehr und entsprechendem Wellenschlag bewährten sich die E-Vierer mit ihren Abdeckungen. Gegen 17 Uhr endeten beeindruckende 50 Ruderkilometer.
Nach der Vogalonga folgten zwei weitere Rudertouren sowie die Besichtigung einer alten Bootswerft.
Die erste Tour am Montag umfasste zumindest für ein Boot die Umfahrt des Litorale del Cavallino; die Streckenbeschreibung folgt unten. Die zweite Tour führte uns am Dienstag weit durch die Lagune Richtung Festland in den Fluss Dese zum Parco Archeologico di Altino und war mit einem Besuch des Museo Archeologico Nazionale di Altino verbunden. Die aktuelle Anlegemöglichkeit an der Brücke der Via Santo Eliodoro war sehr gut geeignet, um die Boote festzumachen und zu Fuß zum Museum zu gelangen. Die Fahrt durch die Lagune bis ins Landesinnere und auch das Museum zählten zu den Höhepunkten der Wanderfahrt. Der letzte Tag der Reise war der Stadt Venedig und ihrer Bootsbautradition gewidmet. Im Rahmen der Reiseplanung hatten wir bereits Kontakt mit dem privaten Verein Associazione Arzanà aufgenommen. Arzanà widmet sich dem Erhalt, der Erforschung und der Bewahrung des Erbes der venezianischen Schifffahrtstradition. Versteckt zwischen meterbreiten Gassen taucht man dort in die unglaubliche Geschichte Venedigs ein. Die Kontaktaufnahme ist einfach, und wir können diesen Besuch nur empfehlen (https://arzana.org/).
Streckenablauf Vogalonga:
Vorfahrt: Società Canottieri Treporti – San Marco; Vogalonga: Start San Marco – Sant’Elena – Sant’Erasmo – Burano – Mazzorbo – Sandretto – Murano Nord – Rio de la Torate – Canal Grande Nord; Ende: San Marco; Nachfahrt: San Marco – Società Canottieri Treporti, 50 km
Streckenablauf Litorale del Cavallino:
Società Canottieri Treporti – Faro di Cavallino – Sile – Canale Casson – Canale Saccagana – Punta Sabbioni Fähre, 37 km
Streckenablauf zum Parco Archeologico di Altino:
Punta Sabbioni Fähre – Burano – Torcello – Fluss Dese – Canale di Santa Maria – Museo Archeologico Nazionale di Altino – Canale Siloncello – Fluss Sile – Torcello – Burano – Società Canottieri Treporti, 30 km
Bootstransport mit Elektrofahrzeug:
Die Strecke Kleinmachnow – Punta Sabbioni (1.194 km) ist mit einem E-Fahrzeug und Hänger durchaus zu bewältigen. Nach dem heutigen Stand der Technik fallen dafür 560 kWh an, die über sieben Ladestopps aufgenommen werden müssen. Dies unterstellt eine Reisegeschwindigkeit von 80 bis 90 km/h und eine Gesamtreisezeit von 22 Stunden inklusive aller Stopps. Ladeparks sind heute nicht für Bootsanhänger ausgelegt, sodass das An- und Abkoppeln des Hängers einzuplanen ist. Nachts kann dies weitgehend entfallen.
