22.05.2026 bis 26.05.2026
15.06.2026 geschrieben von Stefan

Pfingstwanderfahrt Havel und Elbe abwärts

Pfingstwanderfahrt Havel und Elbe abwärts

Als entspannte Anfängerfahrt ausgeschrieben nahmen immerhin zwei Anfänger der Vorjahres teil und sogar zwei weitere Anfänger der laufenden Anfängerkursen trauten sich auf ihre erste Wanderfahrt. Freitag Nachmittag starteten wir am Bootshaus und machten uns havelabwärts auf den Weg. Dank der „Abkürzung“ über den Sacrow-Paretzer Kanal erreichten wir am frühen Abend nach 29 km den Ort Ketzin. Dank des frühsommerlichen Wetters genossen wir den Abend auf der Terasse unserer Pension.

Bei sonnigem Wetter ging es am nächsten Morgen zunächst nach Brandenburg an der Havel. Hier kehrten wir zur Mittagspause bei unserem Indischen Stammlokal Malabar ein. Nach dem reichlichem Mittagsessen ging es durch die Sportbootschleuse, die Stadthavel weiter abwärts und über den Plauer See. Dieses Mal sogar fast ohne Wind und Wellen zum Ort Plaue am Ende des Sees. Ein Jugendzweier wurde noch zum Einkaufen zum örtlichen Supermarkt geschickt (Anlegen am Badestrand daneben ist möglich)# Übernachtung beim örtlichen Ruderclub. 8 Betten für die Älteren, der Rest auf Matte. Trotz der Mücken genossen wir den Abend am Ufer bei sommerlichen Temperaturen.

Hinter Plaue wird die Havel etwas schmaler, wirkt aber immer noch wie eine Kette von Seen. Erst nach der Schleuse Bannetze erreicht man den flussförmigen Abschnitt. Wir nutzen die Selbstbedienungsschleuse, damit die Anfänger so etwas auch mal kennen lernen. Alternativ gibt es hier auch eine Großschleuse. Die Havel wurde nun flussförmig, aber praktisch ohne Strömung. Nach 25 km machten wir am Strand von Milow Mittagspause. Hier gab es sogar eine offene Gaststätte, so dass wir uns mit Eis abkühlen konnten. Paul war mit dem Fahrrad vorbei gekommen um uns zu besuchen. Mal schnell 80km um mit uns Eis zu essen.

Die restlichen 12 km verlängerten wir mit einem Umweg über die Mögeliner Havel. Dieser Arm ist erst in den letzten Jahren wieder aufgemacht worden. Die Havel wird renaturiert. Die Uferbefestigungen werden zurückgebaut und Altarme wieder angeschloßen. Beim Ruderclub in Rathenow gab es Mattenquartier für Alle. Das Dachgeschoß ist frisch renoviert und die Küche ist neu eingerichtet. Dank der neuen Dachisolierung war der Aufenthaltsraum trotz der Dauersonne deutlich kühler als sonst.

Da die Stadtschleuse Rathenow gesperrt war, mussten wir zurück zum Schleusenkanal rudern und durch die Hauptsschleuse fahren. Danach ging es zur Schleuse Grütz. Hier gibt es leider keine Sporbootschleuse mehr, aber der Schleusenwart schleuste uns recht zügig. Schleusenwart? Ja die Fernsteuerung der Schleusen war ausgefallen, so dass dieses Mal Personal vor Ort war. Um nicht den nächsten Schleusenwart zu belästigen bogen wir kurz darauf in die Gülper Havel ab. Dies ist ein deutlich kleinerer Nebenarm. Dieser hat 6 km eine Selbstbedienungsschleuse, die dieses Mal auch funktionierte. Das Anlegen im Oberwasser ist hier allerdings etwas knifflig.

Kurz danach folgt der Wasserwanderrastplatz Strodehne. Schöner Strand, gemütlicher Sitzplatz und wie übliche eine geschlossene Gaststätte. Die restliche Strecke nach Havelberg bot endgültig mehr keinen Schatten mehr gegen die sengende Hitze. Die Havel fließt hier durch eine Wiesenlandschaft mit nur vereinzelten Baumgruppen.

Von weiten hat man dann schon einen Blick auf den Havelberger Dom, aber man muss noch ein gutes Stück rudern bis man wirklich ankommt. Das erste Boot machte gleich eine Zwischenstop beim örtlichen Döner/Pizzaladen und gab die Bestellung fürs Abendessen auf. Das Essen wurde sogar geliefert, so dass dieses Mal kein Boot übersetzen musste, um das Essen zu holen. Wegen der Gruppengröße hatten wir uns im Kanu- und im Ruderclub einquartiert. Damit standen auch mehrere Duschen zur Verfügung. Am Abend traf dann wieder Paul ein, dieses Mal mit Kleinbus und Bootsanhänger.

Die Ruderer machten sich am letzten Tag auf den Weg nach Wittenberge. Da das an der Elbe liegt mussten wir zunächst durch die Schleuse Havelberg. Die Schleusen an der echten Havelmündungstrecke sind immer noch nicht wieder eröffnet und nach Aussage eines Schleusenwartes wird das auch noch Jahre dauern. Die Elbe gab uns dann etwas Strömung, so dass wir, am frühen Nachmittag entspannt nach 36 km in den Hafen von Wittenberge einfuhren. Stefan hatte als Landdienst einen Abstecher nach Warin gemacht und ein Boot abgeholt, Neun Leute im Auto, der Rest theoretisch im Zug, aber dank der Bauzeitverlängerung der DB im Schienenersatzverkehr.

Eine schöne hochsommerliche Wanderfahrt, die auch die Anfänger gut überstanden haben. Vielleicht trauen sich beim nächsten Mal ein paar mehr Anfänger mitzufahren.

Merke der RC KST kann auch geruhsame Wanderfahrten machen. Wenn man die Ausschreibungen liesst findet man diese auch. Es muss nicht immer Marathon sein.