12.04.2026 geschrieben von Stefan

Po von Pavia nach Venedig

Osterwanderfahrt durch Italien

Über den Ticino, den Po, die Lagune von Venedig, die Sile bis zur Adria

Da Ostern dieses Jahr bereits recht früh lag, entschieden wir uns für eine Wanderfahrt im hoffentlich sonnigen Süden. Das hat geklappt, Tagestemperaturen zwischen 14 und 24 Grad und zwei Wochen lang nicht ein Tropfen Regen.

Der Anhängertransport reiste mit einem Zwischenstop beim Ulmer Ruderclub nach Pavia an. Die restliche Teilnehmer trudelten im Laufe des Samstag Abend mit Zug und Flugzeug in unserer einfachen Pension in Pavia (Pavia Ostello) ein. Die Pizzeria in fußläufiger Entfernungen kannten wir noch vom letzten Mal. Preiswert, gut und ausreichende Portionen.

Am nächsten Morgen setzten wir am Steg des Universitätsrudervereins die Boote in den Ticino. Sandbänke und Treibgut, welches sich an Untiefen und den Brückenpfeilern festgesetzt hatte, erforderte volle Konzentration der Steuerleute. Gerade in der Stadtdurchfahrt durch Pavia sollte man nicht träumen. Danach wurde das navigieren etwas leichter, aber der Wasserstand war ungewöhnlich niedrig. Die Steuerleute waren gefordert. Nach 10 km mündete der Ticino in den Po, der führte allerdings auch nicht viel Wasser und die Strömung liess nach. Die Ufer waren recht hoch, aber am Horizont waren immer wieder Berge zu bewundern, so dass die Strecke interessant, aber sehr einsam war. Ab und zu einzelne Häuser, kaum Ortschaften und außer vereinzelte Anglern kein Mensch auf dem Fluß oder am Ufer. Die erste richtige Ortschaft war nach 71 Ruderkilometern unser Ziel Piacenza. Wir konnten unsere Boote am Steg des örtlichen Rudervereins vertäuen. Die Entfernung zu unserem Hotel war in Luftlinie nicht sehr weit, aber durch Hafen- und Bahnanlagen versperrt, so dass uns der Landdienst zum Hotel shutteln musste. Das Hotel Astor lag zentral in der Stadt. Die Zimmer recht eng, aber für Ruderer ausreichend. Zum Abendessen gönnten wir uns ein Indisches All-you-can-eat Büffet Restaurant in der Nähe. Etwas über unserem üblichen Etat, aber alle wurden satt.

Der zweite Rudertag führte wieder durch absolute Einsamkeit nach Cremona. Nach über der Hälfte hatten selbst WaWa und Stefan Neuwasser. Beim letzten Mal war die neugebaute Schleuse (die einzige auf dem Po) noch im Bau. Diesmal ging es durch die Schleuse, nachdem wir den Schleusenwart aufgeweckt hatten. Schön, dass an der Schleuse Telefonnummern stehen, die man anrufen soll. Schade nur, dass niemand ran geht. Nachdem wir rund 15m nach unten geschleust waren, ging es den, erstaunlicherweise strömenden Schleusenkanal abwärts. Nach einige Kilometern erreichten wir wieder den Fluss. Mit dem Neubau der Schleuse hatte sich wohl die Kilometrierung des Po verschoben, so dass wir erst nach 41 Kilometern Cremona erreichten. Unser Quartier (Vita Residence) war in einem Vorort auf dem Steuerbordufer, so dass wir von Cremona nicht viel zu sehen bekamen. Die Appartements waren gut ausgestattet, so dass wir selbst kochen konnten. Die Umgebung ist allerdings etwas runter gekommen, ein Supermarkt oder eine Eisdiel waren zumindest zu Fuß nicht erreichbar. Fußgänger sind hier wohl nicht vorgesehen.

Weiter ging es bei viel Sonnenschein aber heute nur 14 Grad, dieses Mal allerdings mit etwas Gegenwind. Unterwegs waren ab und zu mal Häuser und ganz vereinzelt mal ein paar Ortschaften zu sehen, aber trotzdem hatten wir den Fluß für uns alleine. Der Landdienst hatte nach 65 Kilometern eine gewaltige Sandbank, direkt unterhalb des Hotels gefunden. Schön zum Anlegen direkt hinter der Brücke. Die Sandbank war fester Sand, der Aufstieg zum ein paar Meter höher gelegenen Ufer dagegen war schlammig und stellte für einige Ruderer eine ziemliche Herausforderung dar. Die Albergo del Po war ein modernes Hotel mit schönen Zimmern, tolle Lage direkt am Stadtrand. Das Abendessen war OK, wenn auch die Portionen etwas größer hätten sein können. Aber von einer Trattoria del Pesce (Fisch) hätte man vielleicht auch Fisch auf der Karte erwartet. Dafür genossen wir den Luxus der Zimmer.

Heute fehlte glücklicherweise der Gegenwind, aber bei weiter 14 Grad, mußte der Steuerman einen Pullover anziehen. Anzeichen von Zivilisation am Ufer waren selten. Der Versuch nach 52 km möglichst nah an unsere Pension Polirone heran zu kommen führte uns in einen Altarm (bitte nicht von oben einfahren, wenn man kein Hochwasser hat). Wir ruderten den Altarm etwa 700m aufwärts, hier gab es festes Ufer und keinen Schlamm beim Anlegen. Der Ort war weitere zwei Kilometer landeinwärts. Die Pension war in einem historischen Haus, nett ausgestattete Zimmer, sogar mit Küche. Wenn wir das gewußt hätten, wäre auch selbst kochen möglich gewesen. Der Landdienst hatte in einer preiswerten, aber sehr guten Pizzeria reserviert. Wichtigstes Detail war jedoch die Weinhandlung direkt gegenüber der Pension. Wir deckten uns für die nächsten Tage ein.

Der nächste Tag brachte wieder Sonne satt und 18 Grad. Langsam nahm die Zahl der Ortschafte am Fluß etwas zu. Auch tauchten vermehrt Industrieanlagen auf, von denen aber die meisten den Eindruck machten, als seien sie nicht mehr in Betrieb. Das Ziel Ochiobello nach 76 Kilometern mit seinem 4* Geschäftsreisehotel (Unibello) nah am Fluß, war eigentliche eine gute Idee des VL. Leider lag das Hotel in einem Gewerbegebiet und der eigentlich direkte Zugang zum Ufer war durch eine defekte Brücke über einen Nebengraben versperrt. Da die Preise im Hotelrestaurant außerhalb unseres Etat lagen und darüber hinaus eine Pizzeria nur wenige Meter von unserem Anlegesteg entfernt war, wurden die Ruderer zunächst zumm Abendessen gebracht und danach ins Hotel. Die Hotelzimmer waren gut und das Frühstück reichhaltig. Weiterer Vorteil wir konnten auf dem Parkplatz unseren Anhänger gut parken.

Bei über 20 Grad und Dauersonne genoßen wir den heutigen Tag. Die Landschaft wurde noch flacher, wir näherten uns dem Delta. Kurz vor dem Ziel Bottrighe zweigte mit dem Po de Goro der südlichste Arm des Po Deltas ab. Die Tide war beim Rudern noch kaum zu merken, aber beim Anlanden. Die heftigste Schlammschlacht der Fahrt. Man versank teilweise mehr als knietief im Schlamm. Die Boote wurde weit genug auf dem Schlamm gezogen, damit sie flutsicher lagen. Lars verzweifelte weil er gerade das Auto geputzt hatte. Ruderstrecke heute 55 Kilometer. Unser Quartier (Locanda la petite Maison) lag im Ortszentrum an einer gut befahrenen Durchgangsstraße. Westliche Seite der Straße die Gaststätte, östliche Seite die Zimmer. Alle Zimmer schön, aber teilweise noch nicht ganz fertig restauriert. Dafür gab es ein sehr gutes Abendessen (meist Pizza) und ein hervorragendes Frühstück

Nach der morgendlichen Schlammschlacht ging es weiter ins Delta hinein. Leider hatten wir heute direkten Gegenwind, nur 1-2 Windstärken aber gegen die Flußströmung bauten sich leichte Wellen von maximal 20cm auf. Für unsere gedeckten E-Boote natürlich kein Problem, aber einige Teilnehmer waren überrascht. Es ging vorbei an der Schleuse von Porto Viro (Kanal nach Venedig), da wir zunächst weiter ins Delta wollten. Da die Strecke nach Porto Tolle nur 22 km waren kamen wir bereits früh an. Der Landdienst hatte einen Steg des Schiffahrtsamts ausgesucht. Die Landbrücke (mit Geländer) war nicht ans Ufer gelegt, aber die WSA Leute hatten einen stabilen U-Träger zum Ufer gelegt. Wie auf einem Piratenschiff gingen also alle Ruderer über die Planke. Unser Hotel war recht vornehm und das Abendessen entsprechend teuer, aber sehr gut. Und es gab jetzt auch wirklich Fisch auf der Karte. Porto Tolle ist um diese Jahreszeit ein extrem toter Ort. Mit Mühe fanden wir eine Eisdiele am anderen Ende des Ortes.

Der VL war bereits bei Sonnenaufgang mit dem Auto unterwegs, um zu kontrollieren, ob die Pontonbrücke über den Po di Maistra überhaupt passierbar wäre. Zum Frühstück kam die erlösende Meldung, ja es geht, zieht die Köpfe ein. Zwei Kilometer nach den Ablegen zweigt vom Hauptarm der Po di Maistra ab. Ein sehr schmaler Flußarm, breit genug zum rudern, aber nicht viel mehr. Zum Anfang liegen nur auf Backbord einige Lagunen neben dem Kanal, nach der Pontonbrücke hat man an beiden Ufern abgetrennte Lagunen und schließlich erreicht man die Adria. Da wir zunächst noch ablaufenden Wasser hatten, ging es zügig vorwärts. Auf der Adria ging es entlang einer langgestreckten Insel 6 km nordwärts zur Mündung des Po di Levante. Notfalls hätte man die Strecke auch über eine sehr flache Lagune hinter der Insel umgehen können, aber da es praktisch windstill und 24 Grad warm war, gönnten wir uns die Küste. Nun ruderten wir den Po di Levante aufwärts, einen mittelgroßen Flußarm, der eigentlich vom stömenden Po durch eine Schleuse abgetrennt ist. Leider hatte inzwischen die Ebbe eingesetzt, so dass wir uns doch ziemlich gegen die Tide aufwärts quälen mussten. Vorbei an der Werft von Porto Viro, mit einer großen, fast fertigen Fähre erreichte wir nach 49 Kilometern den Canal Bianco. Hier dirigierte uns der Landdienst zu einem Steg am Hauptarm. Unser Hotel lag an einem, durch ein Wehr abgetrennten Nebenarm. Die Villa Anconetta ist ein herrschaftlicher Landsitz mit großer Parkanlage. Wir hatten etliche Appartements im Nebengebäude. Sehr schöne Zimmer mit Küche, so dass wir selbst kochen konnten. Essen gehen wäre hier auch schwierig geworden, die Villa liegt weit außerhalb des Ortes. Gleichzeit wurde im Haupthaus und im Garten ein Kindergeburtstag mit 70 Gäste gefeiert. Ansage des VL an die kleinen und großen Ruderer: keiner geht auf die Hüpfburg und erschreckt die Kinder.

Am nächsten Tag machten wir nur eine Tagestour nach Adria. Da waren wir doch schon gestern? Ja Adria die Stadt nicht das Meer. Nach dieser Stadt ist das Meer benannt. Die lag im Mittelalter an der Küste, jetzt aber 25 km landeinwärts. Dafür ging es den Canale Bianco aufwärts, eine ausgebaute Schifffahrtstraße, nicht sonderlich reizvoll. Ursprünglich ging dieser Kanal durch die Orte, die Neubaustrecke umgeht die Ortskerne. Wir bogen oberhalb von Adria in den alten Kanal ab. Hier ist die Strecke wunderschön, man rudert direkt in den Ortskern. Hier machten wir eine längere Pause in einer Eisdiele und einem Cafe. Leider scheiterte die komplette Durchfahrt an einer zu flachen Brücke im Ortszentrum, so dass wir wieder die obere Einfahrt nutzen mussten. Nach 31 Kilometern erreichten wir wieder unser Quartier in der Villa Anconetta.

Nun sollte es aber endlich in Richtung Lagune von Venedig gehen. Wir folgten dem Canal Po Brondolo. Dieser Kanal läuft paralell zur Küste etwa 5-10 km landeinwärts. Er ist nicht wirklich interessant und sehr gerade. Nach etwa 10 km erreicht man die quer zum Kanal fließende Etsch. Theoretisch, wenn man durch die davor liegende Schleuse kommt. Wie bei der letzten Schleuse ist eine Telefonnummer angegeben, an die niemand rangeht. Da die Schleuse auf Fernbedienung umgestellt ist, findet man auch keinen Schleusenwart. Wir hatten Glück im Gegenverkehr kam ein Frachtschiff aus der Schleuse und wir drängelten uns danach agressiv in die Schleusenkammer. Die Kameras hatten uns auf jeden Fall erfasst. Die schon schließende Schleuse öffnete sich wieder. Allerdings schaltete die Ampel nicht auf grün. Nach einigem Überlegen fuhren wir bei roter Ampel ein (wen interessieren in Italien schon rote Ampeln…..) und wurden geschleust. Eigentlich hätten wir hinter der Etsch in der Fortsetzung des Kanals wieder aufwärts geschleust werden müssen, aber der VL bog in die Etsch flussabwärts ein. Mit den Worten “so einen Mist tue ich mir nicht noch mal an”. Nach 12 km Etsch erreichten wir die Adria. Weitere drei Kilometer nordwärts, vorbei an der Mündung der Brenta, gönnten wir uns erst mal eine längere Strandpause. Man hätte von hier über die Brenta unser Ziel Chioggia erreichen können, aber da es praktisch windstill war und die südliche Einfahrt durch hässliche Industriegebiete geht, entschlossen wir uns für die nördliche Einfahrt nach Chioggia. Nach 5 km nordwärts ging es in die Lagune hinein. Hier herrscht reger Verkehr mit großen Fischerbooten und entsprechender Wellengang, aber die Einfahrt ist breit und die E-Boote vertragen Wellen, so dass wir gut durchkamen. Unser Landdienst verzweifelte währenddessen an der Suche nach eine Anlegestelle. Wir hatten es schriftlich, dass wir unsere Boote beim Circolo Nautico Chioggia lagern dürften. Leider waren die “Wassersportler” vor Ort anderer Meinung. Martin hatte einen anderen Yachtclub gefunden, wo wir nach schweren Bedenken unsere Boote für 50 Euro pro Boot lagern dürften. Allerdings hatten die Ruderboote im Fischereihafen eine Sliprampe gefunden bei der man die Boote kostenlos herausnehmen und in einer verwilderten Grünanlage lageren konnten. Nachteil an der Rampe rauschten ständig die Schiffe vorbei, mit entsprechenden Wellenschlag. Ein paar Schuhe waren danach naß, aber alle Leute und die Boote blieben unbeschädigt. Ruderstrecke 36 km und Neuwasser für WaWa und Stefan. Leider war danach der Weg zum Hotel wesentlich weiter, als geplant, da ein paar Kanäle ohne Brücken im Weg waren, schwimmen wäre schneller gegangen. So mussten wir erst weit nach Süden, über die einzige Brücke und dann wieder nach Norden zum Grand Hotel laufen. Das Grand Hotel als Quartier hatten wir nicht aus Snobismus gebucht, sondern dank eines Sondertarif war es preiswerter als unser etwas grusliges Quartier vom letzten Mal. Auch wenn wir nur die “einfachen Zimmer” ganz oben hatten, war das noch immer purer Luxus. Für das Abendessen hatte der Landdienst dann auch eine nahe gelegene Pizzeria reserviert. Erstaunlicherweise dieselbe wie beim letzten Mal, obwohl Martin das erste Mal dabei war und unabhängig dieselbe gewählt hatte.

Ruderboot vor dem Markusplatz in Venedig

Nächstes Ziel Venedig. Dafür ging es zunächst auf der Lagune entlang, an den langgestreckten Inseln Pellestrina und Lido 25 km nordwärts. Beim Überqueren der zwei Zufahrten zur Lagune musste man hier etwas aufpassen, wenn Verkehr zum oder vom Meer quer kommt. Die Zufahrt zwischen den Inseln ist die Hauptverbindung zu den Häfen von Venedig. Schließlich bogen wir Richtung Venedig ab und reihten uns in den Verkehr des Canale Grande ein. Das ist natürlich eigentlich nicht erlaubt, aber wenn man einen guten Steuermann hat und eine Mannschaft die gut reagiert und nicht Back- und Steuerbord verwechselt, geht das. Da wir ersten gegen 15 Uhr ankamen war auch der Verkehr von UPS, DPD und sonstigen Transportern schon recht gering. Diese Boote stellen das größte Risiko dar, da sie vollkommen rücksichtslos, teilweise selbstmörderisch fahren. Vaporettos sind dagegen extrem rücksichtsvoll. Taxis sind etwas wild, können aber gut manövrieren. Gondeln sind öfter im Weg, aber da sie langsam sind, kann man sie umrunden. Es versteht sich von selbst, dass man keinen Berufsverkehr behindert! Alle Boote kamen gut durch die Rialto Brücke, das letzte Boot wurde dahinter leider von der Polizei in einen Nebenkanal verwiesen, aber sonst ging alles gut. Für Nachahmer: auf keine Fall den Canale Grande bis zum Bahnhof rudern, da ist man wirklich ein Verkehrshindernis, biegt vorher in den Canal Cannaregio ab. Unter der Treporti Brücke extrem aufpassen, der Gegenverkehr ist schwer zu sehen. Berufsschifffahrt hat hier natürlich auch Vorfahrt! Nach der Durchfahrt folgten wir noch 3,5 km der Brücke nach Venedig und legten beim Ruderclub im Mestre an. Nachdem wir noch ein paar Dokumente unterzeichnet hatten, durften wir unsere Boote hier lagern (wir hatten uns natürlich vorher angemeldet).Ruderstrecke 36 km Unsere Hütten auf dem Campingplatz Venezia war nur 2 km entfernt. Die Hütten waren ein wenig eng, aber die Terassen waren groß, so dass wir zum Abendessen draußen sitzen konnten.

Am nächsten Morgen ging es die Lagune weiter nach Norden. Zunächst noch auf bekannten Routen, vorbei an Murano, Burano und Torcello. Nun bogen wir aber von der offenen Lagune in den Fluss Sile ab. Eigentlich ist das ein Kanal, weil die Mündung der Sile nach außerhalb der Lagune verlegt ist, damit das Geschiebe des Flusses nicht die Lagune verstopft. Der Kanal hat daher keine Flußströmung, nur die Flut schob uns etwas aufwärts. Zunächst hat der Kanal nur leicht befestigte Ufer. Je weiter man nach Norden kommt desto mehr rudert man entlang stärker befestigter Ufer mit Sumpfwiesen und halb abgetrennten Lagunen neben einem. Schließlich erreicht man das Festland, die Ufer werden höher es wachsen Büsche und schließlich Bäume am Ufer. Bei Portegrandi erreicht man eine Schleuse. Da ein Motorboot auch schleusen wollte, kamen wir dieses Mal problemlos durch. Hier trifft man auf den richtigen Fluß Sile, den wir gegen die mittlere Strömung aufwärts rudern mussten, um zu unserem Hotel in Quarto d´Altino zu kommen. Landdienst Simone hatte glücklicherweise die einzige mögliche Anlegestelle im Ort gefunden, so dass wir unsere Boote auf einer Uferwiese lagern konnten. Ruderstrecke 34 km. Das Hotel war nur wenige Meter entfernt und unterwegs lag sogar noch die örtliche Eisdiele. Die Zimmer waren recht eng, aber für Ruderer reichte es. Gegenüber lag ein Supermarkt und die Pizzeria für das Abendessen war auch nicht weit.

Der letzte Rudertag ging es die Sile flussabwärts bis zur Mündung in Jesolo. Eine längere Strecke mit etwas Strömung flussabwärts. Als besondere Schikane war unterwegs mal wieder eine Ponton Brücke, die sich nicht so leicht passieren liess. In der Mitte waren irgendwelche Stahlträger sehr unschön montiert, aber nahe am Ufer kam man durch. Da wir mit der Strömung fuhren, ruderten wir rückwärts auf die Brücke zu, damit man im Notfall den Durchfahrversuch abbrechen kann. Alle Boote kamen gut durch. Zum Schluß ging es raus auf die Adria und noch 3 km südwärts nach Cavallino-Treporti. Die Boote wurden aufgeladen und wir quartierten uns in unser Hotel ein. Eine Pizzeria war auch nah dran.


Für Nachahmer:

Wir hatten extremes Glück mit dem Wetter, kaum Wind, keinen Regen. Sowohl die Lagune, als auch die Adria sind Meeresgewässer. C-Boote, insbesondere ohne Abdeckungen haben auf solchen Strecken nichts verloren. Nehmt E- oder D-Boote.

Es ist schon schwierig genug Hotels in halbwegs sinvollen Abständen zu finden. Die Herausforderung vor Ort ist, die Boote aus dem Wasser zu bekommen. Der Landdienst muss erfahren sein und die Mannschaft leidensfähig genug durch Wasser und Schlamm zu laufen.

Erfreulicherweise sind die italienischen Frühstücke besser geworden. Es gibt jetzt meist ein Frühstück, das man auch als Ruderer ausreichend findet.