Nix wie Rhein: 34. EUREGA 2026 von St. Goarshausen nach Bonn
Nachdem unsere „Trainingsfahrt“ beim Hart van Holland Marathon Mitte April so gut funktioniert hat, wollte unsere Renngemeinschaft aus Berlin, Köln und Koblenz (RC KST, KCFW und PSVK) zwei Wochen später gleich bei der nächsten Marathonveranstaltung an den Start gehen. Bei der EUREGA (Europäische Rhein Regatta) kann man zwischen zwei Ruderstrecken wählen: 45 km von Neuwied nach Bonn oder 100 km von St. Goarshausen (Loreley) nach Bonn. Auf der kürzeren Strecke starteten 56 Boote, die lange Strecke nahmen 19 Teams in Angriff und wir waren eins davon.
Am 1. Mai (Freitag) machte sich der Berliner Teil der Renngemeinschaft (Tim, Paul, Johanna) morgens mit dem Zug auf den Weg nach Köln. Dort vergrößerte sich unsere Reisegruppe (plus Michi), bis wir dann in Koblenz (plus Markus) komplett waren. Am Freitagabend gab es für uns nicht viel zu tun, außer unser Boot (M2) einzusammeln und ordentlich Nudeln in uns hineinzuschaufeln. Samstag hieß es dann wieder früh aufstehen, da wir nicht nur das Frühstück, sondern auch noch 40 km Autofahrt zum Start, sowie das Abladen und Bereitmachen unseres Bootes zu erledigen hatten – alles vor unserer Stegzeit um 08:30. Entgegen der Erwartungen schafften wir es rechtzeitig zum Start im Schutzhafen von St. Goarshausen und hatten sogar an alles gedacht.
Bei der Eurega wird nacheinander gestartet, im Abstand von 15-30 Sekunden. Unser Team, die „Krümmelmonster aus Berlin“, startete als letztes mit der Startnummer 1. Fest im Blick vor uns die „Keeeekse aus Cannstatt“ (Startnr. 3), welche ebenfalls mit einer Frau im Team in der Männerklasse starteten (das traf lustigerweise auf 4 der 6 Boote dieser Kategorie zu). Wir kamen gut rein ins Rennen und überholten nach und nach die vor uns gestarteten Boote, auch die Nr. 3 ließen wir bald hinter uns. Der erste Teil der Strecke, von St. Goarshausen bis Neuwied, wo die Boote der kurzen Strecke starteten, verlief bis auf wenige Ausnahmen ereignislos. Der Rhein führte recht wenig Wasser und Schiffsverkehr gab es nur wenig.
Begleitet von Wasserschutzpolizei und DRLG kämpften wir uns Stück für Stück voran und fuhren nach unter 3 Stunden als erstes Boot der 100km-Teams in Neuwied vorbei. Angefeuert von den wartenden Mannschaften am Ufer ging es nahtlos auf den zweiten Teil des Rennens. Nun gab es wieder mehr zu sehen, da wir ab und an ein Boot der 45km-Distanz überholen konnten. Besonders cool war, dass die Ruder*innen dieser Boote uns teilweise sogar auch anfeuerten.
Kurz nachdem wir in Neuwied durchgefahren waren, startete das Boot mit der Startnummer 62, Team In4liden, auf der kurzen Strecke. Über längere Zeit sahen wir sie am Horizont näherkommen, bevor sie dann ca. 13 km vor dem Ziel direkt an unserem Heck klebten. Der Wunsch, sie nicht überholen zu lassen, trieb uns zusätzlich an, sodass wir das Tempo auf dem letzten Abschnitt nochmal anzogen und jeden Überholversuch zu verhindern versuchten. Als die Ziellinie in Bonn in Sicht kam, waren wir zwar völlig erschöpft, konnten uns aber darüber freuen, mit ein paar Bootslängen Vorsprung ins Ziel gekommen zu sein.
Mit einer Zeit von 5:22:28 waren wir nicht nur das schnellste Boot unserer Kategorie (4x+ Männer), sondern konnten uns auch den Gesamtsieg auf der 100km-Distanz sichern, mit knapp 17 min Vorsprung auf das zweitplatzierte Boot. Ein Blick in unser Tracking zeigte uns anschließend, dass wir auf der 45km-Distanz immerhin auch das drittschnellste Boot waren (inoffiziell, denn gemessen wurde nur die Gesamtzeit); gewonnen hat hier Mixed-Team mit der Nr. 62, welches uns zwar nicht über-, aber ja dennoch deutlich eingeholt hatte.
Nach diesem anstrengenden Renntag, der uns bei 25 °C und Sonne ziemlich viel abverlangte, luden wir noch unser Boot auf und warteten bei Pommes und Radler beim Bonner RV auf die Siegerehrung. Aufgrund unseres doch recht starken Erholungsbedarfs (96 Stunden laut Garmin?!) verzichteten wir danach jedoch auf die After-Row-Party und ließen den Abend mit Pizza auf der Couch ausklingen.
Wieder eine schöne Regatta, danke an alle, die daran beteiligt waren! Super Organisation, tolle Stimmung, gutes Wetter und das wichtigste natürlich: Klasse Mannschaft!
| Ort | Wasserstand |
|---|---|
| Sankt Goar | 211 cm |
| Koblenz | 112 cm |
| Neuwied | 103 cm |
| Bonn | 177 cm |
