40. Elfsteden Roeimarathon
Was ist Elfsteden?
Da uns die diesjährige Teilname bei Hart van Holland und der EUREGA noch nicht genug waren, wollten wir uns auch den diesjährigen Elfsteden Roeimarathon nicht entgehen lassen. Dieser 210 Kilometer lange Marathon ist der längste, der zu diesem Zeitpunkt in den Niederlanden veranstaltet wird und umfasst eine vielfältige Strecke durch verschiedene Städte um Leeuwarden herum. Von offenen Seen zu vollen Grachten innerhalb enger Städte sowie Kanäle in freier Natur ist alles dabei. Üblicherweise werden hier C-Gig Doppelzweier mit Mannschaften aus 12 Personen gerudert, die sich in regelmäßigen Abständen nach eigenem Ermessen abwechseln können. Wem das zu viel Aufwand ist, oder falls man einfach nur etwas verrückt ist, ist es auch möglich, diese Strecke auch als sogenannte ‘Bullen’-Mannschaft zu anzutreten. Also nur in einer einzigen Mannschaft ohne Tausch zu fahren.
Die Vorbereitungen
Nachdem Tim diese Veranstaltung bereits im letzten Jahr (2025) bestritten hatte und äußerst erfolgreich war, wollten wir dieses Jahr noch einmal daran teilnehmen. Wir fanden einen dritten Mitstreiter - Michi, der and dieser Veranstaltung schon einige Male teilgenommen hatte. Darunter sowohl zu dritt, als auch als Staffel in verschiedenen Größen.
Um den Anforderungen dieser Veranstaltung gerecht zu werden, liefen die Vorbereitungen schon weit im Voraus. Ein Boot musste organisiert werden (Dank Michi die Stromathlet vom Kölner Clubs für Wassersport (KCFW)), passende Abdeckungen, elektrische System wie Bootsbeleuchtung, Fernstrahler, Geräteladung und Pumpe sowie zusätzliche Teile wie eine Stempelkarten-Halterung, Verpflegungsboxen, Abspannungen, Schwimmkörper etc.. Tim investierte viel Zeit und Geld in die Vorbereitung der Elektrik, sowie allem, was am Boot angeschraubt werden musste. Michi übernahm einen Großteil der Logistik und alles was mit dem Bootsmaterial selbst zu tun hatte. Einiges war natürlich nicht möglich, zu testen aufgrund des weiten Weges nach Köln, weswegen vor Ort noch etwas improvisiert werden musste.
Anreise und Vorbereitungen
Tim und ich reisten am Mittwoch vor der Veranstaltung abends nach Köln an und übernachteten anschließend bei Michi. Am Donnerstag packten wir unser kleines Auto, mit dem wir nach Leeuwarden fahren wollten.
Wir schafften es auch tatsächlich, alles zu verstauen!

Wir fuhren gegen 12 Uhr los und kamen ca. 3-4 Stunden später an unserer Unterkunft, dem Campingplatz Hiddema State an. Neben uns waren bereits viele andere Teams vor Ort und hatten sich bereits häuslich eingerichtet, viele große Pavillions, Zelte, Busse und Camper.
Nachdem wir unsere Zelte aufgebaut hatten, begannen wir, unser Boot, das von den Bonnern für uns mitgenommen wurde, abzuladen und aufzubauen. Nachdem wir eine kleine Testrunde gedreht hatten, gab es nur noch etwas zu essen und von da aus ins Zelt.
Am Freitag morgen wurden wir durch eine leichte bis mittelstarke Mischung aus Regen und Hagel geweckt. Nach einem kleinen Frühstück bereiteten wir unsere Verpflegung für das Boot vor. Ein weiterer Punkt war die Überführung des Bootes zur Roeivereniging Wetterwille. Dort fand die Abnahme des Bootes statt. Unser Auto wurde freundlicherweise parallel zur Roeivereniging gefahren, sodass wir nach der Abnahme noch einmal zum Campingplatz zurück konnten. Dort aßen wir Mittag und ruhten ein letztes Mal vor dem Start für ca. 20 Minuten. Danach fuhren wir wieder zum Ruderverein, wo wir unser Boot zu Wasser ließen und zum Start fuhren.
Start und das Rennen
Der Start lag 5km vom Ruderverein entfernt. Dorthin fuhren wir gemütlich, zum Glück regnete es auf dem nur kurz und nicht allzu stark. Gestartet wurde anhand der Startnummer, was für uns (Nr. 25) bedeutete, dass wir verhältnismäßig wenige Boote vor uns hatten. Gerade auf der ersten Strecke Richtung Dokkum kam uns das sehr zugute, da an der ersten Stempelstelle dadurch noch wenig los war. Auf dieser Strecke fuhren wir hin und auch zurück, was hieß, dass alle Boote hinter uns uns auf dem Rückweg entgegen kamen. Der Abend lief soweit ruhig ab, das Feld zog sich etwas auseinander, was das Rudern und Steuern deutlich angenehmer machte. In der Nacht kamen wir auch gut mit unserem Tempo voran. Leider war schon an den Tagen zuvor klar, dass die Temperaturen nicht besonders hoch steigen würden. Nachts wurde es natürlich dementsprechend noch kälter. Bis zu 6 Grad wurde uns angezeigt, durchzogen von kurzen bis zu ca. 30 minuten anhaltenden Regenschauern teilweise auch inklusive Hagel. Gerade mit dem Auskühlen während der Steuerpausen war das die Haupt-Schwierigkeit dieses Rennens.
Um ca. 3:30 Uhr fuhren wir in die blaue Stunde hinein, die Steuerpausen wurden weniger kalt und unser Flutscheinwerfer am Bug musste nur noch ab und zu eingeschaltet werden. Mit der aufgehenden Sonne, bekamen wir die Information, dass nun doch aufgrund des starken Windes die vorher bekannt gegebene verkürzte Strecke gefahren wurde. Dies hieß, dass statt 210 km nur ca. 180 km gefahren wurden.
Während dem größten Teil der Strecke waren wir das dritte Boot in unserer Klasse. Doch ungefähr 30 km vor dem Ende bekamen wurde uns an einer der Stempelstellen gesagt, das nächste Boot unserer Klasse sei nur wenige Minuten vor uns! Von diesem Punkt an fing für uns die Verfolgungsjagd an und somit der Kampf um den zweiten Platz der Klasse. Nach ca. 10 Kilometern bekamen wir sie endlich in unser Blickfeld und konnten uns weiter heran arbeiten, bis wir sie ca. 10-15 km vor dem Ziel überholten. Von da an hielten wir unseren 2. Platz in unserer Wertungsklasse und fuhren als Platz 14 in der Gesamtwertung über die Ziellinie.
Nach dem Rennen
Nachdem das Boot erst einmal aus dem Wasser gehoben war, wurde sich frisch gemacht, gegessen und sich mit anderen Ruderern unterhalten. Darauf hin wurde unser Auto mit allem, was wir nicht mehr im Boot brauchten, eingeladen und wir überführten den Zweier wieder zum Campingplatz. Dor wurden alle Aufbauten und jegliche Technik aus dem Boot ausgebaut und die ursprüngliche Ausstattung wiederhergestellt. Nach dem Abriggern trugen wir das Boot zum Hänger und luden unser Material hinein. Daraufhin ging es für uns ins Bett.
Den nächsten Tag nutzten wir für unsere Rückfahrt. Nach den letzten Aufräumarbeiten ging es für uns mit dem Auto zurück nach Köln und von dort aus zurück nach Berlin.
Für uns war es dieses Jahr eine sehr schöne Veranstaltung, auch, wenn das Wetter nicht sonderlich gut war. Ein Dank geht an den ARC Rhenus Bonn für den Transport unseres Bootes und an Michi, dass er sich um unser Boot und deren Ausstattung gekümmert hat und auch noch zugestimmt hat, mit uns zu fahren!
Zeiten der 3er-Bullen-Klasse:
- Platz (1. Bullenklasse): 18:09:34h (Startnr. 19)
- Platz (2. Bullenklasse): 18:33:02h (Startnr. 25)
- Platz (3. Bullenklasse): 18:41:54 (Startnr. 16)
